Einsatzhärten / Karbonitrieren
Durofer-Verfahren | Ein-/Zweisalzsysteme | Feste Kohlungsmittel | Karbonitrieren
Das Aufkohlen bzw. Einsatzhärten ist eine
thermochemische Wärmebehandlung bei der durch Eindiffundieren von
Kohlenstoff in die Randschicht eines Einsatzstahles bestimmte
Randschichteigenschaften, wie hohe Härte und hoher
Verschleißwiderstand, erreicht werden sollen.
Varianten der Aufkohlungsverfahrens

Das Härten
nach dem Aufkohlen kann je nach Anforderung an das Rand- oder
Kerngefüge auf verschiedene Weise, wie im Diagramm unten gezeigt,
durchgeführt werden. Die Aufkohlungstiefe bzw. Einhärtetiefe wird durch
die Behandlungstemperatur und -dauer bestimmt. Der
Randkohlenstoffgehalt beim Aufkohlen bzw. Einsatzhärten in Salzbädern wird vom verwendeten Kohlungssalz bzw. Kohlungsgranulat und dessen Aktivierungsgrad bestimmt.
Bei der Direkthärtung A
wird nach dem Aufkohlen direkt von der Aufkohlungstemperatur alternativ
nach Absenken von Aufkohlungstemperatur auf Randhärtetemperatur direkt
im Warmbad abgeschreckt.
Beim Einfachhärten B wird
nach dem Aufkohlen von Aufkohlungstemperatur langsam, z.B. an Luft, auf
Raumtemperatur abgekühlt. Anschließend wird auf die Rand- oder
Kernhärtetemperatur aufgeheizt, gehalten und abgeschreckt.
Eine besondere Art der Einfachhärtung zeigt im Diagramm Punkt C, das Härten nach isothermer Umwandlung in der Perlitstufe. Hierbei wird direkt nach dem Aufkohlen in einem Salzbad
bei ca. 580 - 680 °C eine Zwischenglühung vorgenommen, bei der der im
Überschuß im Austenit gelöste Kohlenstoff als Zementit ausgeschieden
wird. Dadurch wird die Gefahr der Restaustenitbildung bei der
nachfolgenden Randhärtung weitgehend vermieden. Ein weiterer, positiver
Effekt ist die Verminderung des Verzuges beim Härten, das sich an die
Zwischenglühung anschließt.
Die Doppelhärtung D
besteht aus einem zweimaligen Härten des aufgekohlten Werkstückes,
wobei die erste Härtung von der Härtetemperatur des Kernwerkstoffes,
die zweite von der Härtetemperatur der aufgekohlten Randschicht
vorgenommen wird. Nach dem Einsatzhärten sollten die Bauteile stets bei
140 - 220 °C angelassen bzw. entspannt werden.
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